‚Das Bodmer Nebelmännle nennt man mich‘

Die große Nebelmännle-Chronik

1954 – 1961

Als erster Darsteller trat von 1954 bis 1961 Otmar Lempp auf.

1962 – 1976

Bei der Straßenfasnacht wurde das Nebelmännle in dieser Zeit unter anderem von Oskar Schmid und Gustl Zahn dargestellt

1977 – 1980

Ein neues Nebelmännle trat in Erscheinung, verkörpert von Johannes Assfahl und Otmar Lempp.

1981 – 1984 

In dieser Zeit wurde das Nebelmännle von Paul Greis mit viel Witz und toller Gestik dargestellt. 

1985 – 1994

Ab 1985 übernahm für fast 10 Jahre lang Erhard Mayer diese Aufgabe.

1995-1997

1995 und 1996 war Wilhelm Wagner als Nebelmännle unterwegs. Alex Müller zog im Jahr 1997 als Nebelmann mit ins Schloss

1998-2017

In diesem Zeitraum wurde das Nebelmännle von Martin Blessing in unverwechselbar guter Form verkörpert. Durch seine lange Amtszeit löste er Erhard Mayer als Rekordhalter ab

Seit 2018

Zum 80-jährigen Bestehen der Bosköpfe übernahm Michael Müller die Rolle als Nebelmännle. 

…versprecht Ihr mir, die Nebelglocke, die jeden Abend in Bodman geläutet wird und mir schauerlich um den Kopf bimmelt, nicht mehr läuten zu lassen, so will ich Euch gerne helfen…

Die Sage vom Nebelmännle

Wenn die Novembernebel über den See ziehen, dann erzählt man sich am warmen Ofen sagenumwobene Geschichten, die mit der gräflichen Herrschaft und vergangenen Tagen zu tun haben. So muss es gewesen sein mit der Sage vom Bodmaner Nebelmännle. Sie hat sich durch mündliche Überlieferung solange gehalten, dass sie Ludwig Uhland im vergangenen Jahrhundert niederschreiben konnte. Die Geschichte spielte im Jahr 1004 und Hauptfigur war Rudolf von Bodman, der als „Schwabenbannerträger“ in die Geschichte eingehen sollte.

„Ein Ritter von Bodman wollte in die Welt ausreiten. Er nahm von seiner Gemahlin Abschied. Da sie aber noch jung war, sagte er zu ihr: ,Wenn ich binnen sieben Jahren nicht zurückkehre, so magst du mich zu den Toten zählen, und wenn dir der Sinn darnach steht, einem anderen Mann die Hand zum Ehebund reichen.‘ Von ein paar Knappen begleitet, machte sich der Ritter auf den Weg übers Meer und in ferne, unbekannte Länder. Schon viele Jahre war er unterwegs, als er in eine wilde Einöde kam und abends auf einem hohen Berg ein Licht schimmern sah. Er schickte einen Knappen hinauf, um zu erfahren, ob Menschen da oben wohnten, bei denen man Herberge finden könnte. Aber der Knappe kehrte nicht zurück, und auch der zweite und der dritte nicht. Endlich nach langem Warten machte sich der Ritter selbst auf den Weg. In einem kleinen Haus fand er ein Weiblein, das sich ihm zu erkennen gab. ,Wißt Ihr, ich bin die Frau des Nebelmännleins‘ , sagte es, ,mein Mann ist ein grausiger Feind aller Menschenkinder. Wenn Ihr das Schicksal Eurer Knappen nicht teilen wollt, dann macht Euch schleunigst davon!‘ Das Weiblein hatte kaum zu Ende gesprochen, als beide jemand kommen hörten. ,Er ist’s, schnell dahinunter in den Keiler!‘, flüsterte es. Aber das Nebelmännlein ließ sich nicht täuschen. ,Ich wittere einen Menschen!‘, schaubte es, ,da unten muß er verborgen sein!‘ Und ging auf das Kellerloch zu. Der Ritter sah sich entdeckt und stieg herauf. So merkwürdig es klingt – der Alte war nicht unfreundlich und begrüßte ihn mit seinem Namen. ,Woher wißt Ihr, wie ich heiße?‘, fragt der von Bodman verwundert. ,Ich kenne Euch nicht nur beim Namen‘, erwidert das Nebelmännlein, ,ich weiß noch mehr, ich weiß von Eurer Gemahlin, die morgen in der Schloßkapelle zu Bodman mit einem anderen getraut werden wird, die sieben Jahre, die Ihr bedungen habt, sind längst verflossen.‘ Den Ritter trafen die Worte wie ein Wetterstrahl. ,Das Bodmer Nebelmännle nennt man mich‘, fuhr der Alte nach einer Weile fort. ,Versprecht Ihr mir, die Nebelglocke, die jeden Abend in Bodman geläutet wird und mir schauerlich um den Kopf bimmelt, nicht mehr läuten zu lassen, so will ich Euch gerne helfen. Noch vor Tagesanbruch sollt Ihr in der Heimat sein.‘
Der Ritter willigt ein, und das Nebelmännlein ruft nach einem seiner dienstbaren Geister. Der Ritter weiß nicht, wie ihm geschieht. Als er erwacht, liegt er auf dem ,Gänsriedersteg‘ bei Bodman. Lieblich von der Morgensonne beschienen, glänzt der See und die hohe, heimatliche Burg, die Glocken rufen zur Kirche. Als fremder Pilgrim steht der Ritter von Bodman im Schloßhof, wird zum Festmahl gerufen und erhält einen Ehrenplatz. Die Braut selbst kredenzt ihm den Trunk. Unbemerkt läßt der Ritter seinen Ehering in den Becher gleiten, und als sie ihm Bescheid tut, erkennt sie den Ring auf des Bechers Grund und erkennt in dem fremden Pilgrim den totgeglaubten Gemahl. Alles endet in Freude, der Ritter aber löst getreulich das Versprechen ein, das er dem Nebelmännlein gegeben hat. Noch soll zuweilen bei niederem Wasserstand die versenkte Nebelglocke zu sehen sein. Das Nebelmännle aber hat seinen Sitz im ,Löchle‘, einer, wie man sagt, unergründlichen Tiefe des Sees bei Bodman; der Fleck soll selbst bei größter Kälte niemals zufrieren. In stillen Nächten steigt der silberbärtige Alte auf, führt die Schiffsleute in die Irre und schadet mit kaltem Reif den Reben.“

An Apple a day…

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